Analyse versus Historie

Wir müssen ganz entschieden trennen zwischen einem Untersuchungsgegenstand, der quasi zeitlos ist, also zu allen Zeiten immer gleich funktionieren wird, und solchen, die eine historische Entwicklung beinhalten, bei denen Teil des Gegenstandes ein in der Vergangenheit liegender zeitlicher Verlauf zu untersuchen ist – was natürlich prinzipiell unmöglich ist, da wir niemals die Vergangenheit besuchen können, um sie zu untersuchen.

Beispiele für diese beiden Arten von zu untersuchenden Gegenständen wären zum Beispiel: alle physikalischen Naturgesetze, für die eine der vereinfachenden Paradigmen der Physik darin besteht, dass sie sich eben nicht zeitlich verändern. Ebenso wird eine völlige Unabhängigkeit von räumlicher Lage angenommen, so dass wir, solange wir nicht das Gegenteil erkennen, davon ausgehen dass alle physikalischen Gesetze die wir auf der Erde beobachten in unveränderter Weise zu allen Zeiten in der Vergangenheit als auch an allen anderen Orten im Universum so gelten. Dass es sich hierbei um Annahmen handelt die sich durchaus als falsch erweisen können, ist jedem seriösen Physiker bewusst. Allerdings lassen sich viele weit entfernte Vorgänge im Universum auf Basis dieser Annahme gut erklären. Da große Entfernung im Universum gleichzeitig bedeutet weit in die Zeit zurück zu blicken, können wir über die zeitliche Konstanz damit ebenfalls eine Aussage treffen und diese ist dieselbe wie über die räumliche Konstanz: auch weit in der Vergangenheit liegende Ereignisse scheinen sich mit den heute auf der Erde beobachteten physikalischen Phänomenen gut in Einklang bringen zu lassen.

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Kinder, Kinder

Antike Venus

Verschiedentlich findet man heutzutage in den Medien Formulierungen, die beinahe so klingen, als wären Männer und Frauen Mitglieder zweier unterschiedlicher Spezies, wie etwa Hunde und Katzen oder Löwen und Elefanten. Es ist daher angemessen, wiewohl absurd, einmal ganz grundsätzlich festzuhalten, dass die männlichen wie die weiblichen Mitglieder der Gattung Homo Sapiens in keiner Weise sich so sehr unterscheiden, wie insbesondere Vertreter übertriebener Emanzipation in ihrer offenbaren Frustration gegenüber dem männlichen Geschlecht dies dargestellt wissen wollen. Männer kommen in der Tat wieder vom Mars noch Frauen von der Venus sondern beide kommen von der Erde – es ist geradezu grotesk dass man diese selbstverständlichen Dinge überhaupt erwähnen muss.

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Alte Weisheiten, altes Wissen

Pyramide

Ist es nicht interessant zu beobachten, dass von der Idee, dass alte, überlieferte Texte, Mythen, Symbole und andere Inhalte ein geheimes, verloren gegangenes Wissen enthielten, bis heute scheinbar eine enorme Anziehungskraft ausgeht?

Immerhin ist diese Annahme, alte Kulturen, wie die Ägypter, die Maya oder die Babylonier hätten über ein Wissen oder über Kenntnisse verfügt, die uns heute verborgen sind, geradewegs absurd. Seit Beginn der Neuzeit hat die Wissenschaft, die sich mit allen erdenklichen, dem Verstand zugänglichen Phäomenen befasst, ein überragendes und in der Geschichte nach allem was wir wissen nie dagewesenen Schatz an Kenntnissen erarbeitet. Allein in den vergangenen hundert Jahren seit Beginn des 20. Jahrhunderts mit seinen bahnbrechenden Erkenntnissen zur Relativität und Quantenmechanik, wurde durch die instiutionalisierte Wissenschaft mehr Wissen erarbeitet und mehr Anwendung in Form von technischen Systemen entwickelt, als in den ganzen Eintausend Jahren zuvor. Es ist nicht unbedingt naheliegend anzunehmen, dass diese Entwicklung Dinge übersieht, die kenntnisreiche alte Kulturen, die in Baströchen unterwegs waren, um auf Baumstämmen große Steinquader zu bewegen, bekannt waren.

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Maria, ihm schmeckts nicht

 

Notre Dame de Paris

Was mich schon immer gestört hat, ist, dass Jesus Mutter Maria hieß und seine Freundin, Frau, wasimmer, seine Lebensgefährtin ebenso: Maria. Didaktisch irgendwie unglücklich, Verwechslungen vorprogrammiert.

Freilich: will man sich auf die historische Tatsache berufen, die historische Korrektheit ist diese Dopplung unausweichlich. Und noch mehr freilich, steckt schon darin, wenn man so will die Weisheit, dass ein Mann immer wieder seine Mutter als Frau (oder wenigstens deren Ebenbild) sich erwählt. Ein Standard der Psychologie.

Doch mit der historischen Exaktheit ist es leider gar nicht so weit her, dass überhaupt die historische Figur Josua von Nazareth gesichert wäre, wie dann seine Frau Mutter und seine Lebensgefährtin? Trotzdem mag natürlich der Bericht des Neuen Testaments darauf basieren, was will man machen.

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Bewusstsein

Das Bewusstsein des Menschen ist eines seiner entscheidendsten Alleinstellungsmerkmale in der Welt. Es ist nicht bekannt, ob andere Tiere ebenfalls ein Bewusstsein besitzen, bei den allermeisten gilt es jedoch zurecht, wie ich meine, als unwahrscheinlich.

Die Untersuchungen, die das Bewusstsein des Homo Sapiens beleuchten, befassen sich nicht selten mit der Frage nach dem Mechanismus, wie es zustande kommt, der Frage nach den beteiligten Gehirnarealen, nach der Verschaltung und den gespeicherten Zuständen dort, die es dem Menschen ermöglichen, zu wissen, dass er selbst ist und sich aus der Perspektive einer zweiten Person selbst zu beobachten.

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Feindbild Adel und Eliten

Sans Souci

Stand der Dinge ist heute, dass ‘Elite’ erfolgreich zu einem Schimpfwort propagandiert wurde, dass der Adel nur noch im Geheimen agiert und nullkommanichts seinen ‘von’ und andere Insignien seines Standes einbüßt, dass die Idee radikaler ‘Gleichheit’ alles hinweggefegt hat.

Die Frage ist, ob dies zielführend ist. Denn auch wenn der Adel in verschiedenen Auslegungen der Geschichte sehr verschieden bewertet wird, so kann man ihm sicherlich auch eine objektive Bewertung zuteil werden lassen.

Welche Formen der Historia spreche ich an? Zunächst natürlich die, der zeitgenössischen Geschichtsdokumentation. Herrscher aller Zeiten gefielen sich stets darin ihre Taten von bei Ihnen selbst in Lohn und Brot stehenden Schreiberlingen verewigen zu lassen. Selbstredend ging dabei zu aller erst die objektive Beurteilung über Bord denn kaum ein Herrscher wie auch heutige Politiker konnte es sich erlauben oder hatte Interesse daran seine eigenen Entscheidungen in einem kritischen oder objektiven Licht dargestellt zu sehen. Glorifizierung, propagandistische Fehldarstellung und jede Form der politischen Lüge prägen mit absoluter Sicherheit die überlieferten Darstellungen der Hofschreiberlinge.

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Strauß

Bavaria

Die Frage, ob Strauß eines natürlichen Todes gestorben ist, hängt von einer zweiten Frage ab: gab es denn jemanden, der ein Motiv gehabt hätte, den starken Bayern zu beseitigen? Hatte Strauß Feinde? Todfeinde, gar? Schwer vorstellbar, oder? Also doch ein unglückseliger und sehr überraschender Tod ohne Fremdeinwirkung?

Woran denkt man bei Franz Josef Strauß? An intellektuelle Brillanz und Macht, an untrüglichen Sinn fur das Machbare und Gebotene. Aber auch an die Spiegel-Affäre, die ihn den Posten des Verteidigungsministers gekostet hat. An die Kanzlerschaft, die ihn der Spiegel versalzen hat, durch eine Anti-Strauß Hetzpropaganda, die ihresgleichen suchte und sucht. Und schließlich an Wackersdorf und seinen überaus plötzlichen und unerwarteten Tod.

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Bobby Kennedy

In Wahrheit wird der Mord an Robert Kennedy am 4. Juni 1968 so stiefmütterlich behandelt, weil er den Schlüssel zum Verständnis des Mordes an JFK enthält. Lassen Sie uns einen Moment überlegen:

Wann wird Bobby ermordet? Kurz nachdem sein Sieg in den Vorwahlen von Kalifornien bekannt wurde. Der angebliche verwirrte Einzeltäter (Attentäter sind verwirrend oft ‘verwirrte Einzeltäter’, vielleicht sollen sie vor allem eines sein: verwirrende Einzeltäter) Sirhan Bishara Sirhan, ein Palestinenser, ein christlicher (!) Palestinenser, also keineswegs ein muslimischer Fanatiker, soll Kennedy als Reaktion auf dessen Bekenntnis zur Unterstützung Israels im Falle seine Wahl zum amerikanischen Präsidenten, ermordet haben.

Doch daran ist zweierlei merkwürdig: Erstens, seit wann töten Attentäter Kandidaten? Attentäter wollen die Politik eines Landes Verändern, hier und jetzt, indem sie die im Amt befindlichen politischen Führer ermorden, erpressen oder sonstwie beeinflussen. Lassen wir uns hier nicht den Blick vernebeln! Ein Mord ist eine extreme Sache, ein politischer Mord am künftigen amerikanischen Präsidenten noch unvergleichlich viel extremer. Eine solche Tat sollte ein Ergebnis erbringen und kann nicht ‘mal so pro Forma’ auf Verdacht ausgeführt werden. Dafür ist sie für den Täter aller Wahrscheinlichkeit nach das Ende seines Lebens (selbst wenn er es körperlich überlebt und für die Auftraggeber ein enormes Risiko). Doch nicht so hier.

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Sarrazin und die Vierzig Räuber

Der ‘Fall’ Sarrazin macht mehrere Dinge höchst plastisch. 1. Es herrscht in Deutschland keine Meinungsfreiheit. 2. Es besteht inzwischen eine dramatische Vakanz zwischen den als offizielle Meinung des Landes propagierten Propagandaaussagen der Medien und dem tatsächlichen Willen des Volkes. 3. Vertreter des Volkswillens werden, sofern deren Haltung nicht der der die Medien beherrschenden Minderheit entspricht als Populisten oder schlimmeres difamiert, offenbar um sich die Schlappe zu ersparen in der Sache zu unterliegen. 4. Daraus lässt sich direkt ableiten, dass Deutschland keine Demokratie mehr hat. Wenn Volksvertreter das Volk bevormunden statt es in seinem Sinne zu Vertreten, so sind sie keine Vertreter mehr sondern nur noch Meinungsdiktatoren. Wenn die freie Meinungsäußerung zum direkten Rufmord des betreffenden führt, besteht keine Meinungsfreiheit. Wer den Volkswillen widergibt, wird automatisch zu Populisten. Wer Populist ist, das wird freilich allein von den Medien entschieden. Immerhin geben die etablierten Politiker damit auch zu, dass sie sich für die Meinung des Volkes in keiner Weise interessieren. Was auch offensichtlich den Tatsachen entspricht.

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Logik und Sprache

Arbeitet der Verstand logisch?

Unbedarft und im festen, unverrückbaren Glauben an die Leistungskraft des menschlichen Verstandes möchte man zunächst sagen: ja. Heisenberg stellte sogar die Behauptung auf, der Mensch sei in der Lage, den großen Plan des Universums zu entschlüsseln, weil seine Logik, auch die Logik des Universums sei.

Ignorieren wir einmal die dezente Anmaßung, die in dieser Reihenfolge liegt und stellen uns zwischen der Logik des Universums und der Logik des Menschen ein Gleichheitszeichen vor. Doch die Logik von der Heisenberg so besitzergreifend spricht ist nicht zu verwechseln mit dem Mechanismus des menschlichen Denkens. Noch nicht einmal mit dem des menschlichen verstandesmäßigen Denkens! Auch wenn letzteres in Teilen seines Funktionierens der Logik im engeren Sinne nahezukommen vermag. Das jedoch nur eher zufällig und ungelenkt, wenn es sich gerade ergibt.

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